Ich war da! Mit meinem Jüngsten.
Es war, als wenn all das was ich noch vorgestern, verbittert über die vertane Chance eines gemeinsamen Denkmals für alle Holocaustopfer, ausgeführt hatte, zu etwas gut gewesen ist. Wenn nicht alles so wie von mir beklagt gewesen wäre, hätte Romani Rose (der Vorsitzende der Sinti- und Romaunion der 1980 mit seinem Hungerstreik im KZ Bergen Belsen den Stein ins Rollen gebracht hatte, der zur regierungsamtlichen Anerkennung des Fakts des rassistischen Völkermords an den Roma ( Roma als übergreifender Begriff) geführt hatte), sich nicht an Dani Caravan gewandt und dieses so todernste wie sinnlich-fruchtbare Denkmal wäre nicht entstanden.
Heute war ich wieder da - aber es war umzäunt und verschlossen. Laut Touristeninfo wird es nicht lange dauern bis es besuchbar ist,
Innerer Frieden in Europa erfordert eine Auflösung des sog. Antiziganismus. Ein Beitrag zur geistigen und emotionalen Verfassung unserer "Leitkultur", einer übersehenen Eigenart mancher (vieler?) Nazis (u.a. Breivig), - und zu anti-romantischen Reflexen.
Roma in Europa - Jahrhunderte ohne Freunde?
1. Wenn wir (Nichtroma) uns nachhaltig leiden können wollen, wird das nicht wirklich auf der Basis von Ressentiments gegen Roma funktionieren.
2. Diesen Ressentiments liegt ein Minderwertigkeitsgefühl zugrunde, das sich auf Emotionalität bezieht.
3. Feindseligkeit gegen Roma ist Rassismus in Reinform - jedenfalls in unserem Kulturkreis Rassismus in einer Art Urform. Er drückt sich durch Hetze aus, auch durch Ignorieren und darin, Roma nicht selbst zu Wort kommen zu lassen.
4. Auch die antiromantischen Reflexe vieler Intellektueller behindern eine Auflöung dieses Feindseligkeit.
Ein paar der zu klärenden Fragen:
1. Worum geht es Meinungsmachern, wenn sie über Roma sprechen ohne diese zu Wort kommen zu lassen?
2. Ist es konstuktiv Menschen, die sich in Bezug auf Roma menschlich verhalten mit der Romantikkeule zum Schweigen zu bringen? -
3. Gibt es in unserer akademischen Tradition rassistische Fallstricke?
4. Ist Breivig gesund?
5. Gibt es in unser Kultur eine romafreundliche Tradition?
Hauptthese:
Die 600 Jahre alte romafreundliche Tradition unserer Kultur ist immer wieder so unterdrückt worden, dass selbst gutwillige Forscher sie nicht wirklich erkennen, bzw. würdigen. So können sie aber auch nur wenig dazu beitragen sie zu stärken und ihr eine breitere Basis zu geben.
Von Kindheit an bin ich für romafeindliche Ressentiments sensibilisiert, habe jahrzehntelang als Psychologe und Psychotherapeut auch mit entsprechenden Rassisten gearbeitet und erfahren, dass sich Rassismus in Richtung Liebesfähigkeit auflösen kann. Außerberuflichen Kontakt habe ich schon immer am liebsten mit schon von sich aus menschlicheren Menschen (von denen ich glücklicherweise auch viele zu behandeln und zu beraten hatte). Auch für sie ist es gut die Psychologie einer Feindseligkeit zu verstehen, die ihnen selbst eher fremd ist.
Ich bin Jahrgang 1946, aber Blogtechnisch (lernbereiter) Anfänger. -
Nach einem Klick auf "2012" erscheinen - wenn ihr wieder runterscrollt - die Titel meiner Posts (fragt mich nicht warum das so ist) Am besten lest ihr zuerst "Europa braucht Roma ...Teil 1" oder zum Thema Breivig, oder "Für Europa heißt auch für die Roma"
Vielleicht kriege ich das mal eleganter hin.
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